Campingbus oder Caravan? Am besten beides. Jedes hat schließlich seine ganz eigenen Vorteile. Und freilich auch Nachteile. Schnell zu zweit fürs Wochenende an den See zum Paddeln oder zum Klettern in die Berge, da ist der Campingbus das Mittel der Wahl. Aber mit Family oder Freunden drei Wochen in den Süden – da ist mehr Platz, mehr Wohnen und besseres Schlafen gefragt. Und den Caravan als Basis-Camp stehenlassen, wenn es mit dem Van zum Sightseeing, Sporteln oder Einkaufen geht, hat ja auch was für sich.
Der Yucon 55 SB im Test hat eine Anhängerkupplung und soll zeigen, wie Caravan und Kastenwagen in der Praxis zusammengehen. Den Versuch startet jemand, der zu Zeiten Kastenwagen gefahren ist, da man die noch selbst ausgebaut hat, und sonst seit langen Jahren ganz überwiegend Caravans am Pkw bewegt. Da ist das Fahrgefühl mit und ohne Anhänger in einem aktuellen Renault Trafic schon anders als vor Zeiten im VW LT 28.
Yucon SB 55 plus Caravan: Truckerfeeling mit dem 13-Meter-Gespann
Komfortabel und leise gefällt der Yucon 55 SB schon auf den ersten Metern. Mit seinem langen Radstand braucht er freilich schon solo etwas Platz in Kurven oder beim Einparken. Mit noch einmal fast 8 Metern Caravan hintendran wächst sich das Gespann auf immerhin 13 Meter Länge aus, das erfordert dann schon einige Umsicht auf der Straße. Dafür braucht man am Trafic nur bei 2,50 Meter breiten Caravans Zusatzspiegel, das ist auch schön. Und ein Gespann mit dem dezenten Ansatz von Lkw-Gefühl, so ganz vorn und oben sitzend, macht durchaus Spaß.
Denn der Yucon kann was vor dem Caravan, das wird schnell klar. Auch wenn er mit dem Automatikgetriebe nur 1.630 Kilogramm ziehen darf, man spürt sofort, das Auto an sich ist locker gut für die 2,5-Tonnen- Anhängelast, die das manuelle Getriebe verträgt. Auch die zulässige Zuggesamtmasse ist mit dem Automatikgetriebe deutlich reduziert. Wer also Campingbus und Caravan zu schätzen weiß, sollte den Yucon mit Schaltgetriebe ordern.
Im Selbstversuch erweist sich der Yucon SB 55 vor verschiedenen Caravans als angenehmer Zugwagen. Der lange Radstandhält auch unbeladene Caravans mit wenig Stützlast auf der Kupplung, was Gespanne schnell instabil macht, ruhig in der Spur. Der Motor wird auch unter Last nicht laut, und in gespanntypischen Geschwindigkeitsbereichen produziert der Aufbau nur moderate Windgeräusche – bis gut 100 km/h ist der Yucon überraschend leise. Jenseits davon nervt das Rauschen von der Markise vor allem auf dem Beifahrersitz. Und schlechte Wegstrecken mit Querrillen lassen das Fahrwerk doch vernehmlich arbeiten, um nicht zu sagen, trampeln. Doch selbst das bringt die Einrichtung nicht aus der Ruhe. Es kommt kein Quietschen oder Klappern von hinten.
Fazit
Mit fast 22.000 Kilometern zeigt der Testwagen also kaum Ermüdungserscheinungen. Einzig die Reifendruckkontrolle neigt zu Fehlmeldungen, und die Drehkonsolen der bequemen Sitze knarzen zuweilen. Da lässt sich mit ein wenig Schmiermittel Abhilfe schaffen. Alles in allem also ist der Yucon 55 SB ein echtes Argument für die Kombination von Kastenwagen und Caravan.